Die folgenden Zeilen sollen keine ultimative Anleitung sein, sondern lediglich beschreiben, wie wir persönlich manche Dinge angehen. Aktuelle Fachlektüre ist durch kein Forum oder durch irgendwelche Gruppen in Socialmedia zu ersetzen. Wobei im Internet, neben massig viel Schrott auch absolut tolle Beiträge zu finden sind. Fragt gerne nach interessanten Buchtipps.

Wasser

Bitte denk unbedingt daran, deinen Tieren stets frisches Wasser anzubieten und ggf. zu sprühen. Lass dir niemals einreden, dass es unnötig sei. Gerade bei heißen Temperaturen penibel drauf achten. Bei den Filmdosen ist dies nur über regelmäßige Tröpfchenbewässerung möglich. In die kleinen Dosen (350ml) und hohen Dosen (425ml) legen wir immer etwas trockenes Laub, worauf sich das Wasser eine kleine Weile sammeln kann. Für die größeren Boxen nehmen wir einfach die 5,5cm Glasschälchen und befüllen diese regelmäßig. 
Eine Wasserschale aus Stein oder Glas sieht in einem Terrarium IMMER klasse aus. Leider hat die Zeit gezeigt, dass sich die aus Stein sehr sehr schnell von selber leeren. Deshalb ist Glas die bessere Wahl... und hygienischer ist es auch.
Achte darauf, dass die Schale nicht zu tief ist. Max. 2-3cm.



Futter

Wir empfehlen jedem eine kleine Schoko- und Waldschabenzucht als "Grundnahrungsmittel" aufzubauen. So minimiert man das Risiko für seine Spinne, Krankheiten und Ungeziefer zu bekommen, da man selber für Hygiene zuständig ist und selber entscheidet was man denen zu Fressen und Trinken anbietet. Unsere Schaben bekommen nur Futter welches wir selber zusammengestellt haben und von Profis extra für uns hergestellt wird. Für die Flüssigkeitsversorgung immer frisches Obst und Gemüse bereitstellen. Jelly-Food ist auch sehr zu empfehlen und praktisch in der Anwendung. Futter für's Futter und Jelly kannst du direkt von uns beziehen.
Die Schaben an sich sind super unkompliziert zu halten, stinken nicht und die Vermehrungsrate ist bei optimaler Temperatur und anständigem Futter hoch. 
Wir haben großes Glück, einen professionellen Heimchenzüchter in der Nachbarschaft zu haben wo wir jederzeit vorbeischauen können. Da wird komplett ohne Chemie gearbeitet und penibel auf Sauberkeit geachtet. Diese sympathischen Leute haben unser 100%iges Vertrauen.
Abwechslungsreiche Ernährung ist auch für unsere Achtbeiner sinnvoll also kann man gerne zwischendurch Heuschrecken, und als Bonbon diverse Larven wie Zophobas, Mehl- und Buffalowürmer füttern. Bitte das Futter nach spätestens 48h aus dem Terra nehmen.
Wichtig ist, dass man seinen Tieren nicht zu viel gibt. Lieber öfter was Kleines geben als einmal was richtig Großes. Das Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterkörper sollte niemals Größer sein als 1:2. Optimal ist 1:1 bis 1:1,5. Schonend zu wachsen verlängert das Leben deutlich.



Terrarium/Behälter

Mit den Jahren haben wir so ziemlich jedes Maß an Dosen und Ausstattung ausprobiert und dabei ein paar als "Perfekt geeignet" eingestuft und uns somit für den eigenen Dauergebrauch entschieden. Wichtig ist das das Tier immer genug Platz zum Leben hat und genügend Luftlöcher vorhanden sind. Wenn du viel Platz zu Verfügung hast spendiere deinem Tier ein schönes großes Zuhause. Wenn du kein Platz hast solltest du dir Gedanken darüber machen inwiefern du deinen Tieren gerecht werden kannst. Das Problem mit dem Platz sollte niemals das Problem deiner Tiere sein.
Zügiges Umsetzen in einen größeren Behälter ist Pflicht.
Unsere Terrarien sind allesamt hochqualitative Handarbeit genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt.
Baumterras sollten immer eine Doppellüftung haben um eine gute Luftzirkulation sicherzustellen. Bei Bodenterras ist dies nicht unbedingt nötig zudem eine Lüftung vorne über dem Steg auch Nachteile mit sich bringt. Zb kann man dann nicht so viel Erde einfüllen und wenn man wässert kann es sein ,dass es vorne rausläuft.
Lass einfach einen kleinen Spalt von maximal 0,5cm zwischen Falltür und Steg offen.
Bei großen 60er Terrarien mit Schiebetüren kommt sowieso immer Luft zwischen die Scheiben vorne rein.
Bewusst verzichten wir auch auf den "Balkon mit Lüftung" vorne da sich schon so manche Spinne daran die Zähne ausgebissen hat.




Bodengrund

Da hat wohl jeder seine eigenes Rezept. 
Nach der 20. Fliegenplage, Schimmel- und Pilzinvasion sind wir es leid irgendwelche Experimente zu machen nur weil irgendjemand von irgendjemanden gehört hat wie super es doch ist. Maulwurfhügelerde z.B. klingt echt romantisch aber so pauschal geht das leider nicht. Unsere Spinnen fangen noch an zu leuchten wenn wir mit Erde aus Duisburg/Ruhrpott ankommen 😜
Heute verwenden wir nur noch fertige Terrarienerde und vermischen diese 50:50 mit feinem Kokoshumus. In Feucht gehaltenen Terrarien die Erde ohne den Zusatz von Humus. Eine 2-3cm hohe Dränage-Schicht unter der Erde hat auch positive Effekte gerade wenn du vor hast echte Pflanzen zu verwenden. Auch da mache ich keine Experimente mehr und nehme nur noch hochwertiges Vulkangestein welches natürlich aussieht und voll mit natürlichen Nährstoffen ist. Gute Qualität muss nicht viel kosten. Unsere Empfehlungen:
Bio-Ground Terrarienerde, Coco-Ground und Draina-Ground. Alles von Dragon. Besser geht's nicht.



Naturalien aus dem Wald

Gerne kannst du dich draußen in der Natur an Holz, Rinde, Steinen und Laub bedienen. Es sollte trocken und frei von Krabbelviechern sein. Sicherheitshalber kann man das alles in den Backofen bei ca. 80° eine halbe stunde "desinfizieren". Stöcker bitte immer sauber mit einem scharfen Messer abschneiden und so wenig wie möglich anfassen. Sollte es in feucht gehaltenen Terrarien dennoch zu Schimmelbildung kommen, empfiehlt es sich Springschwänze und weiße Asseln dazuzusetzen. Die kümmern sich darum. Generell sind diese kleinen Helfer ein Muss für jedes feuchtes Becken. Organischer Abfall hat so keine Chance und keine Angst die werden auch nicht das Terrarium verlassen.



Licht & Wärme

Deine Spinne mag kein grelles Licht. Das direkt als erstes. Guck das du eine angenehme warmweiße Beleuchtung über dem Terra hast welches deine Spinne nicht stört. Spezielle UV Lampen sind nicht nötig.

Spinnen sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sie nicht so wie wir ständig wahnsinnig viel Energie aufwenden müssen um auf Temperatur zu bleiben. Die sind einfach immer so warm wie die Umgebung. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass es egal ist ob 15° oder 32°. Je nach Temperatur funktioniert ihr Körper mehr oder weniger gut. Alles über 29° ist unbedingt zu vermeiden.
Die meisten Spinner halten ihre Tiere auf Zimmertemperatur. Kann man machen muss man aber nicht. Leicht erhöhte Zimmertemperatur (22-24°) ist für die meisten Spinnen wahrscheinlich optimal. Ausnahmen gibt es natürlich. Bitte informiere dich bei erfahrenen Züchtern/Haltern wie es deine Art am liebsten hat.
Wenn es in Mexiko 28° sind geht die süße Brachypelma hamorii garantiert nicht draußen spazieren und legt sich an den Strand. Die sitzt bei 21-22° in ihrer Höhle und wartet bis es kühler wird um oben am Höhleneingang auf Beute zu warten.
Die meisten Angaben im Internet sind irreführend und schlicht und ergreifend falsch. Zudem auf jeder Seite was anderes steht und man somit komplett ratlos ist.
Auch auf die Luftfeuchtigkeit bezogen kann man sich so nur verrückt machen. Dazu aber demnächst mehr.




Pflanzen

Echte Pflanzen sehen nicht nur toll aus sondern sind auch perfekt für ein anständiges Klima.
Natürlich gehen Pflanzen ein und werden komplett zerstört aber das gehört nun mal dazu.
Und wenn Grammostola rosea 10 Pflanzen ausbuddelt bekommt sie noch die 11. Einen Plastiktopf mit einpflanzen kann helfen, muss es aber nicht. 
Wenn du eine Pflanze im Gartencenter oder Baumarkt gekauft hast, spüle unbedingt den Wurzelballen aus (bei trockenen Pflanzen nicht unbedingt nötig). So holst du dir kein Ungeziefer und Chemie ins Terrarium. Natürlich solltest du auch das Grün an sich abwaschen. Nach dem einpflanzen immer sofort gut angießen um Verfaulung der Wurzeln zu vermeiden.
Bei Terrarien die feucht gehalten werden sind die Möglichkeiten der Bepflanzung quasi unbegrenzt. Bei trockenen sieht es schon etwas anders aus. Da beschränkt sich die Auswahl auf Sukkulenten und Tillandsien. Hauptsache IMMER ohne Stacheln.
Mit viel Holz und schönen Steinen kann man aber auch echt schöne Terras zaubern.

Hier noch ein paar Beispielbilder:

trocken

Photo_1595663850501.jpg

Löffelbaum (Crassula sp.)

Photo_1595664145226.jpg

Elefantenfuß (Beaucarnea sp.)

Photo_1595663986822.jpg

Tillandsia sp.

Photo_1595663851315.jpg
Photo_1595663851315.jpg

Tillandsia sp.

Photo_1595664146848.jpg

Tillandsia sp.

Photo_1595663987573.jpg

Dickblatt (Crassula sp.)

feucht

Photo_1595663852932.jpg

Efeutute (Epipremnum sp.)

Photo_1595663985115.jpg

Mosaikpflanze (Fittonia sp.)

Photo_1595752144640.jpg

Purpurtüte (Syngonium sp.)

Photo_1595663849633.jpg

Zwergpfeffer (Peperomia sp.)

Photo_1595663989373.jpg

Zebra-Ampelkraut (Tradescantia sp.)

Photo_1595664146067.jpg

Ritterkreuz Efeu (Hedera sp.)