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Die folgenden Zeilen sollen keine ultimative Anleitung sein, sondern lediglich beschreiben, wie wir persönlich manche Dinge angehen. Aktuelle Fachlektüre ist durch kein Forum oder durch irgendwelche Gruppen in Socialmedia zu ersetzen. Wobei im Internet, neben massig viel Schrott auch absolut tolle Beiträge zu finden sind. Buchtipps findest du bei Lektüre.

Hygiene im Terraium & der Box

Hygiene ist das A und O, um deine Vogelspinne gesund und glücklich zu halten! Ein sauberes Terrarium schützt vor Parasiten, Schimmel und Krankheiten. Hier sind die wichtigsten Punkte, damit sich dein Krabbler wohlfühlt: • Saubere Pinzetten: Reinige Pinzetten, mit denen du Futtertiere oder Deko handhabst, regelmäßig mit Desinfektionsmittel (z. B. Isopropanol) und spüle sie gründlich, um Rückstände zu vermeiden. So verhinderst du, dass Keime ins Terrarium gelangen. • Frische Futtertiere: Verfüttere nur lebende, gesunde Futtertiere. Tote oder schwache Futtertiere können Bakterien übertragen - sofort entsorgen! Achte darauf, dass keine Fliegen in den Futterdosen sind, da sie Krankheiten verbreiten können. • Wasserschalen regelmäßig reinigen: Spüle die Wasserschale wöchentlich mit heißem Wasser und trockne sie gründlich, um Algen oder Schimmel zu verhindern. Glasschalen (unsere Empfehlung) kriegt man mit Essigessenz und heißem Wasser quasi wie neu. • Wasserflaschen pflegen: Reinige deine Flaschen regelmäßig mit heißem Wasser, um Bakterienwachstum zu stoppen. Fülle sie nur mit frischem Wasser und lagere sie kühl. • Einrichtungsgegenstände reinigen: Korkröhren oder andere Deko kannst du im Backofen bei 120 °C für 20-30 Minuten desinfizieren, um Keime abzutöten. Bei starkem Schimmelbefall (z. B. weiße, pelzige Stellen oder fauliger Geruch) wirf die betroffene Deko lieber weg, da Schimmelsporen tief eindringen und die Spinne gefährden können. • Schimmel vermeiden und bekämpfen: Schimmel entsteht durch zu hohe Feuchtigkeit oder Futterreste, die den Boden sauer machen. Entferne Futterreste nach 24 Stunden und lüfte regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit im Gleichgewicht zu halten. Bei Schimmel im Terrarium: Wechsle das Substrat sofort wenn der befall extrem ist und kalke den Boden mit kohlensaurem Kalk (erhältlich bei uns). Warum? Kalk erhöht den pH-Wert und macht den Boden für Schimmelsporen unwirtlich, was ihr Wachstum stoppt. Nutze unser hochwertiges Substrat, um die Feuchtigkeit besser zu kontrollieren. • Belüftung prüfen: Stelle sicher, dass dein Terrarium und deine Box ausreichend Belüftungslöcher hat, um Feuchtigkeitsstau zu vermeiden. Zu wenig Luftzirkulation fördert Schimmel und Milben. • Hände waschen: Wasche dir vor und nach dem Arbeiten im Terrarium gründlich die Hände mit milder Seife, um Keime oder Schadstoffe (z. B. von Reinigungsmitteln) fernzuhalten. Vermeide Parfüm oder Cremes. • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfe das Terrarium immer auf Gerüche, Verunreinigungen oder feuchte Stellen. Tausche das Substrat bei Bedarf aus, besonders wenn es stark riecht, extremen Pilzbefall oder eine außer Kontrolle geratene Fliegenplage hat, um Parasiten zu vermeiden. Mit diesen einfachen Schritten sorgst du für ein sauberes, sicheres Zuhause für deine Spinne. Beobachte regelmäßig, aber greife nur ein, wenn nötig - so bleibt dein Krabbler stressfrei und gesund! Für eine professionelle Einschätzung deines Problems wende dich gerne mit Bildern/Videos an uns.

Wasser

Bitte denk unbedingt daran, deinen Tieren stets frisches Wasser anzubieten und ggf. zu sprühen. Lass dir niemals einreden, dass es unnötig sei. Gerade bei heißen Temperaturen penibel darauf achten. Bei den Filmdosen ist dies nur über regelmäßige Tröpfchenbewässerung möglich. In die kleinen Dosen (350ml) und hohen Dosen (425ml) legen wir immer etwas trockenes Laub, worauf sich das gesprühte Wasser eine kleine Weile sammeln kann. Für die größeren Boxen nehmen wir einfach die 5,5cm Glasschälchen und befüllen diese regelmäßig.  Eine Wasserschale aus Stein oder Glas sieht in einem Terrarium IMMER klasse aus. Leider hat die Zeit gezeigt, dass sich die aus Stein sehr sehr schnell von selber leeren. Deshalb ist Glas die bessere Wahl... und hygienischer ist es auch. Achte darauf, dass die Schale nicht zu tief ist. Max. 2-3cm.

Futter

Wir empfehlen jedem eine kleine Schoko- und oder Waldschabenzucht als "Grundnahrungsmittel" aufzubauen. So minimiert man das Risiko für seine Spinne, Krankheiten und Ungeziefer zu bekommen, da man selber für Hygiene zuständig ist und selber entscheidet was man denen zu Fressen und Trinken anbietet. Unsere Schaben bekommen nur Futter welches wir selber zusammengestellt haben und von Profis extra für uns hergestellt wird. Für die Flüssigkeitsversorgung immer frisches Obst und Gemüse bereitstellen. Jelly-Food ist auch sehr zu empfehlen und praktisch in der Anwendung. Hochwertiges Futter und Jelly kannst du direkt von uns beziehen. Bitte achte auf eine Abwechslungsreiche Ernährung deiner Futtertiere. Die Schaben an sich sind super unkompliziert zu halten, stinken nicht wenn man sie regelmäßig sauber macht und die Vermehrungsrate ist bei optimaler Temperatur und anständigem Futter hoch.  Wir haben großes Glück, einen professionellen Heimchenzüchter in der Nachbarschaft zu haben wo wir jederzeit vorbeischauen können. Da wird komplett ohne Chemie gearbeitet und penibel auf Sauberkeit geachtet. Diese sympathischen Leute haben unser 100%iges Vertrauen. Abwechslungsreiche Ernährung ist auch für unsere Achtbeiner sinnvoll also kann man gerne neben Heimchen und Grillen zwischendurch Heuschrecken, und als Bonbon diverse Larven wie Zophobas, Mehl- und Buffalowürmer füttern. Bitte das Futter nach spätestens 48h aus dem Terra nehmen. Wichtig ist, dass man seinen Tieren nicht zu viel gibt. Lieber öfter was Kleines geben als einmal was richtig Großes. Das Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterkörper sollte niemals Größer sein als 1:2. Optimal ist 1:1 bis 1:1,5. Schonend zu wachsen verlängert das Leben deutlich. Futtertiere müssen immer frisch sein. Wenn schon beim Kauf tote Tiere oder Fliegen in der Dose sind bitte nicht Kaufen. Außerdem niemals tote oder sterbende Futtertiere verfüttern.

Terrarium/Behälter

Mit den Jahren haben wir so ziemlich jedes Maß, jede Dose und jede Ausstattung ausprobiert. Einige haben sich dabei als wirklich perfekt geeignet herausgestellt – genau diese Behälter nutzen wir heute selbst dauerhaft. Das Wichtigste vorab: Deine Vogelspinne braucht immer genug Platz und ausreichend Belüftung. Ein Tier sollte niemals unter Platzmangel leiden. "Aber ein 30er Würfel geht doch immer, oder nicht?" Nein, auf gar keinen fall! Hast du genug Raum? Dann gönne deiner Spinne ein richtig großes, schönes Terrarium. Hast du wenig Platz, solltest du ehrlich prüfen, ob du den Tieren damit gerecht werden kannst. Der Platz darf nie zum Problem für deine Vogelspinnen werden. Zügiges Umsiedeln in einen größeren Behälter ist Pflicht, sobald das Tier aus dem aktuellen herausgewachsen ist. Unsere eigenen Terrarien sind allesamt hochwertige Handarbeit, speziell auf die Bedürfnisse von Vogelspinnen abgestimmt. Belüftung – so machst du es richtig: Baumterrarien sollten immer eine Doppellüftung (oben und unten) haben, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Bodenterrarien brauchen keine starke Doppellüftung. Eine Lüftung direkt vorne über dem Steg bringt sogar Nachteile: Man kann weniger Erde einfüllen und beim Wässern läuft schnell Wasser vorne heraus. Praktischer Tipp: Lass einfach einen kleinen Spalt von maximal 0,3 cm zwischen Falltür und Steg offen. Unsere Abstandshalter (im Shop) sind dafür ideal. Bei unseren großen 60er Terrarien mit Schiebetüren kommt sowieso immer ausreichend Frischluft zwischen den vorderen Scheiben herein. Bewusst verzichten wir auf einen „Balkon mit Lüftung“ vorne. Schon zu viele Spinnen haben sich daran die Zähne ausgebissen oder sich verletzt.

Kallax-Regal von Ikea

Vor allem viele Einsteiger greifen gerne zum IKEA Kallax-Regal. Es sieht modern und sehr aufgeräumt aus, die Fächer sind schön gleichmäßig und der „Monk“ im Kopf freut sich total über die perfekte Optik. Das können wir absolut nachvollziehen. Leider hat das Ganze klare Grenzen: Die nutzbaren Innenmaße eines Fachs betragen nur 33,5 cm Breite × 39 cm Tiefe × 33,5 cm Höhe. In diesen Maßen kann man längst nicht allen Vogelspinnen-Arten halten. Viele Arten benötigen mehr Grundfläche, mehr Höhe oder deutlich mehr Platz zum Graben und Erkunden. Besonders Hochterrarien ab 40 cm Höhe passen gar nicht ins Regal, höchstens oben drauf. Wichtig: Das eigene Ordnungsbedürfnis darf nicht zum Problem der Tiere werden. „Das passt schon so“ zählt hier nicht. Unser Tipp: Wenn du ein Kallax-Regal nutzen möchtest, dann wähle bewusst nur Arten, die mit diesen kompakten Maßen wirklich gut zurechtkommen. Das sind meist kleine bis mittelgroße, eher boden- & strauchbewohnende oder wenig grabende Arten. Wer mehr Artenvielfalt halten oder bestimmten Tieren spürbar mehr Raum bieten möchte, ist mit flexibleren Regalsystemen oder individuellen Lösungen deutlich besser beraten. Schwerlastregale aus dem Baumarkt haben sich bewährt und sind leicht lackierbar falls der Matall-Look nicht zur Wohnungseinrichtung passt. Schönheit ist toll – artgerechte Haltung hat aber immer Vorrang.

Standort

Vogelspinnen sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Sie brauchen einen ruhigen, schattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Direkte Sonne heizt das Terrarium schnell auf, trocknet die Luft aus und stresst die Tiere stark. Wichtige Regeln für den perfekten Standort: • Kein direktes Sonnenlicht – am besten an einer Wand oder in einem eher dunklen Bereich des Zimmers aufstellen. • Stabile Raumtemperatur – Die meisten Arten fühlen sich bei 23–28 °C tagsüber wohl (je nach Art). Nachts darf es etwas kühler werden. Vermeide starke Temperaturschwankungen. • Keine Zugluft – Weg von Fenstern, Türen, Heizungen, Klimaanlagen oder Ventilatoren. Die empfindlichen Sinneshaare reagieren sehr sensibel auf Luftbewegungen. • Ruhe ist entscheidend – Stelle das Terrarium nicht ins selbe Regal oder in die Nähe eines Fernsehers (Wohnzimmervitrine fällt daher aus). Auch nicht neben Musikboxen, Lautsprechern oder Subwoofern. Laute Musik sollte generell im Spinnen-Zimmer vermieden werden. Die Vibrationen und Schallwellen bedeuten für die Spinne Dauerstress. • Sicherheit – Kippsicher auf einer stabilen Unterlage (Regal oder Kommode) platzieren und außer Reichweite von Kindern und anderen Haustieren (besonders Katzen, außer sie wissen sich zu benehmen 😸).

Bodengrund

Jeder Spinnenhalter hat sein eigenes „Geheimrezept“ für den Bodengrund. Nach unserer 20. Fliegenplage, Schimmel- und Pilz-Invasion haben wir jedoch mit den Experimenten aufgehört. Was wir nicht mehr machen: • Maulwurfhügelerde oder Walderde – klingt romantisch, funktioniert aber selten zuverlässig. Unsere Spinnen haben bei Erde aus dem Ruhrpott fast angefangen zu leuchten 😜 • Erde aus dem Wald holen – das ist übrigens illegal und kann richtig teuer werden. Unser aktuelles System – bewährt seit Jahren: Für feuchte Terrarien verwenden wir hochwertige fertige Terrarienerde und mischen sie mit Kalkpulver. Das erhöht den pH-Wert und verhindert zuverlässig Pilz- und Schimmelbildung. Für trockene Terrarien nutzen wir eine komplett fertige Trockenmischung. Hier spielt der pH-Wert eine untergeordnete Rolle, solange das Terrarium bis auf den Wassernapf wirklich trocken bleibt. Zusätzlich empfehlen wir bei sehr großen Terrarien mit sehr viel Erde eine 2–3 cm hohe Dränageschicht unter der eigentlichen Erde. Das sorgt für bessere Belüftung, verhindert Staunässe und ist besonders wichtig, wenn du echte Pflanzen einsetzen möchtest. Wir verwenden dafür nur noch hochwertiges Vulkangestein und Kies, der natürlich aussieht und gleichzeitig wertvolle Mineralstoffe liefert. Gute Qualität muss nicht teuer sein! Unsere bewährten Empfehlungen: Compo Terrarienerde, Bio-Ground Terrarienerde von Dragon, TT Trockenerde, TT Kalkpulver, TT Kies- & Vulkandrainage. Diese Kombinationen laufen bei uns seit Jahren ohne Probleme – bessere Ergebnisse haben wir bisher nicht gefunden.

Naturalien aus dem Wald

Gerne darfst du dich draußen in der Natur bedienen! Holz, Rinde, Steine und Laub können ein Terrarium wunderbar natürlich und artgerecht gestalten. Wichtig für die Vorbereitung: Alles muss trocken und frei von Insekten, Spinnen oder sonstigem Krabbelvieh sein. Zur Sicherheit kannst du die Naturalien im Backofen bei ca. 80 °C für 30 Minuten desinfizieren oder ein paar Tage in den Gefrierschrank legen. Stöcke und Äste immer mit einem scharfen Messer sauber abschneiden und möglichst wenig mit bloßen Händen anfassen. Achtung bei der Verwendung: In feucht gehaltenen Terrarien kommt es leider schnell zu Schimmelbildung – auch wenn Springschwänze und weiße Asseln mit im Einsatz sind. Die kleinen Helfer sind super und ein absolutes Muss in jedem feuchten Becken, weil sie organische Abfälle zuverlässig beseitigen. Sie bleiben auch fast immer im Terrarium. Aber sie können eben nicht alles verhindern. Unsere bewährte Regel: „Totes“ Material aus dem Wald oder aus dem Shop (Holz, Rinde, Laub etc.) nur in trockenen Terrarien verwenden. In feuchten Becken ausschließlich lebende Elemente einsetzen: echte Pflanzen und ein bioaktiver Bodengrund. So minimierst du Schimmelrisiken und machst dein Terrarium gleichzeitig schön und sicher für deine Vogelspinne. Wichtig: Nicht überall darf man einfach alles mitnehmen. Das Entfernen von Erde, Moos, Holz, Rinde, Steinen oder größeren Mengen Laub aus dem Wald ist in vielen Fällen illegal und kann mit empfindlichen Strafen geahndet werden. Besonders streng ist es in: Nationalparks (z. B. Bayerischer Wald, Eifel, Harz, Hunsrück-Hochwald), Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten und vielen weiteren ausgewiesenen Schutzgebieten. Nimm daher bitte nur so viel, wie du wirklich brauchst, und frage am besten vorher den Förster oder den jeweiligen Waldbewirtschafter. Im Zweifel lieber im eigenen Garten oder auf privaten Flächen sammeln.

Licht & Wärme

Deine Spinne mag kein grelles Licht - das direkt als erstes. Guck das du eine angenehme warmweiße Beleuchtung über dem Terra hast welches deine Spinne nicht stört. Spezielle UV Lampen sind nicht nötig, da das Terrariumglas eh keine UV-Strahlen durchlässt. Spinnen sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sie nicht so wie wir ständig wahnsinnig viel Energie aufwenden müssen, um auf Temperatur zu bleiben. Die sind einfach immer so warm wie die Umgebung. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass es egal ist ob 15° oder 32°. Je nach Temperatur funktioniert ihr Körper mehr oder weniger gut. Alles über 29° ist unbedingt zu vermeiden. Die meisten Spinner halten ihre Tiere auf Zimmertemperatur. Kann man machen, muss man aber nicht. Leicht erhöhte Zimmertemperatur (23-26°) ist für die meisten Spinnen wahrscheinlich optimal. Ausnahmen gibt es natürlich. Bitte informiere dich bei erfahrenen Züchtern/Haltern wie es deine Art am liebsten hat. Wenn es in Mexiko 29° sind, geht die süße Brachypelma hamorii garantiert nicht draußen spazieren und legt sich an den Strand. Die sitzt bei 23° in ihrer Höhle und wartet bis es kühler wird um oben am Höhleneingang auf Beute zu warten. Die meisten Angaben im Internet sind irreführend und schlicht und ergreifend falsch. Zudem steht auf jeder Seite was anderes und man somit komplett ratlos ist. Auch auf die Luftfeuchtigkeit bezogen kann man sich so nur verrückt machen. Dazu aber demnächst mehr.

Luftfeuchtigkeit

Vogelspinnen haben je nach Herkunft sehr unterschiedliche Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit – von trockenen Wüstenarten wie der Grammostola rosea bis zu feuchtigkeitsliebenden Regenwaldbewohnern wie der Caribena versicolor. Das Wichtigste zuerst: Recherchiere immer die genauen Bedürfnisse deiner Art. Ein Hygrometer kann dabei helfen, die Werte im Blick zu behalten – allerdings sind viele günstige Geräte leider unzuverlässig. So machst du es richtig: Feuchtigkeitsliebende Arten: Echte Pflanzen sind unschlagbar – sie regulieren die Feuchtigkeit natürlich. Zusätzlich das Substrat an einer Stelle leicht anfeuchten. Bei Baumbewohnern hat sich regelmäßiges Einsprühen mit frischem Wasser bewährt. Trocken gehaltene Arten: Hier reicht es völlig aus, den Wassernapf immer gefüllt zu halten. Ein Überlaufenlassen oder das Anfeuchten des Bodens ist nicht nötig und sogar kontraproduktiv. Wichtige Regeln für beide Varianten: Keine Staunässe! Stehendes Wasser führt schnell zu Problemen. Gute Luftzirkulation ist entscheidend, um Schimmel und Pilzbefall zu vermeiden. Bei Terrarien ohne Doppellüftung einfach einen kleinen Spalt (max. 0,3 cm) zwischen Steg und Falltür offen lassen. Bei Schiebetüren kommt sowieso genug Frischluft herein. Praktischer Helfer: Ein feines Sprühsystem (z. B. Gloria Zerstäuber aus unserem Shop) sorgt für eine gleichmäßige und schonende Verteilung der Feuchtigkeit. So schaffst du ein stabiles Wohlfühlklima – deine Vogelspinne wird es dir mit gutem Appetit und regelmäßigen Häutungen danken!

Pflanzen

Echte Pflanzen sehen nicht nur toll aus sondern sind auch perfekt für ein anständiges Klima. Natürlich gehen Pflanzen ein und werden komplett zerstört, aber das gehört nun mal dazu. Und wenn Grammostola rosea 10 Pflanzen ausbuddelt bekommt sie noch die 11. Einen Plastiktopf mit einpflanzen kann helfen, muss es aber nicht.  Wenn du eine Pflanze im Gartencenter oder Baumarkt gekauft hast, spüle unbedingt den Wurzelballen aus (bei trockenen Pflanzen nicht unbedingt nötig). So holst du dir kein Ungeziefer und Chemie ins Terrarium. Natürlich solltest du auch das Grün an sich abwaschen. Nach dem einpflanzen immer sofort gut angießen, um Verfaulung der Wurzeln zu vermeiden. Bei Terrarien die feucht gehalten werden sind die Möglichkeiten der Bepflanzung quasi unbegrenzt. Bei trockenen sieht es schon etwas anders aus. Da beschränkt sich die Auswahl auf Sukkulenten und Tillandsien. Hauptsache IMMER ohne Stacheln und immer punktuell gießen. Mit viel Holz und schönen Steinen kann man aber auch echt schöne Terras zaubern.

Hier noch ein paar Beispielbilder:

trocken

feucht

Stress

Stress vermeiden - So bleibt deine Vogelspinne entspannt. Vogelspinnen sind sensible Geschöpfe, und Stress kann ihre Gesundheit beeinträchtigen. Anzeichen für Stress sind zum Beispiel übermäßiges Verstecken (unterirdisch lebende Arten ausgenommen), übermäßiges wandern, Appetitlosigkeit oder aggressives Verhalten. Um das zu vermeiden, halte Störungen im Terrarium minimal: Vermeide laute Geräusche, laute Musik, anpusten, plötzliche Bewegungen oder häufiges Umstellen des Terrariums. Sei sanft beim Umsetzen und nutze einen weichen Pinsel oder noch besser eine Feder. Ein gut gestaltetes Terrarium mit Versteckmöglichkeiten gibt deiner Spinne Sicherheit. Tipp: Beobachte deine Spinne lieber aus der Ferne – so bleibt sie entspannt, und du hast trotzdem Freude an ihr!

Rauchen & Vapen

Vogelspinnen haben ein extrem empfindliches Atmungssystem. Sie atmen nicht über Lungen wie wir, sondern über Buchlungen – dünne, lamellenartige Strukturen, die direkt mit der Umgebungsluft in Kontakt stehen. Zigarettenrauch, feine Partikel und chemische Stoffe (Nikotin, Teer, Kohlenmonoxid etc.) reizen diese empfindlichen Organe stark und können schnell zu Atemproblemen, Stress oder langfristigen Schäden führen. Zusätzlich „sehen“ und „hören“ Vogelspinnen hauptsächlich mit ihren Haaren. Die sogenannten Trichobothrien sind hoch sensible Sinneshaare auf Beinen und Körper, die schon winzigste Luftbewegungen, Vibrationen und Druckveränderungen wahrnehmen. Sie gehören zu den empfindlichsten Sinnesorganen im Tierreich. Der Rauch und seine feinen Partikel können sich auf diesen Haaren ablagern, sie verkleben oder in ihrer Beweglichkeit einschränken. Die Spinne wird dadurch in ihrer Wahrnehmung stark beeinträchtigt – sie ist quasi „blind“ für ihre Umwelt, was zu erheblichem Stress und Orientierungsproblemen führt. Deshalb gilt immer: Rauchen, Vaporisieren oder starke Aerosole (Raumspray, Duftkerzen, etc.) haben im Spinnen-Zimmer nichts zu suchen. Wer raucht, sollte das immer in einem anderen Raum oder draußen tun – zum Schutz der empfindlichen Atemorgane und Sinneshaare deiner achtbeinigen Mitbewohner. Deine Vogelspinnen danken es dir mit besserer Gesundheit, klarerer Wahrnehmung und deutlich längerer Lebenszeit!

Häutung & Probleme

Die Häutung ist ein faszinierender, aber extrem empfindlicher Vorgang. Hier entscheidet sich viel über die Gesundheit und das weitere Leben deiner Spinne. Vorbereitung ja – währenddessen: Finger weg und nur beobachten! Anzeichen einer bevorstehenden Häutung: • Matte, dunklere Färbung • Appetitlosigkeit oder komplettes Futterverweigern • Rückzug in eine Ecke oder Höhle • Bei Arten mit Brennhaaren: kahle Stelle am Hinterleib („Glatze auf dem Popo“), die kurz vor der Häutung pechschwarz wird • Bodenbewohner (z. B. Brachypelma) weben oft einen dichten Häutungsteppich • Baumbewohner hängen sich meist kopfüber ins Netz So unterstützt du deine Spinne optimal: • Stelle die artgerechte Luftfeuchtigkeit ein (Regenwaldarten wie Caribena versicolor etwas feuchter, Wüstenarten wie Grammostola rosea eher trocken). • Entferne Futterreste und tote Insekten, um Schimmel und Milben zu vermeiden. • Keine Fütterung und möglichst wenig Störungen – Ruhe ist jetzt das Allerwichtigste. Während der Häutung kannst du nichts aktiv tun. Einfach geduldig zuschauen und für absolute Ruhe sorgen. Nach der Häutung: Der neue Panzer braucht Zeit zum Aushärten – 7 Tage bis zu 2 Wochen. Warte mit dem Füttern, bis die Spinne wieder aktiv herumläuft und normal reagiert. Häutungsprobleme: Manche Tiere machen eine sogenannte Bauchhäutung (sie schaffen es nicht, sich auf den Rücken zu drehen). Das ist nicht immer dramatisch, solange die Spinne sonst gesund wirkt, kann aber ein Hinweis auf zu trockene Luft oder Stress sein. Ernster sind festsitzende alte Häute (z. B. am Bein oder Hinterleib). Nie selbst eingreifen! Das kann die Spinne schwer verletzen oder töten. Beobachte genau und hole dir im Zweifel Rat von erfahrenen Haltern oder Züchtern. In den meisten Fällen schafft die Spinne es selbst. Treten Häutungsprobleme öfter auf, solltest du unbedingt die Haltungsbedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Stressfaktoren) überprüfen.

Krankheiten

Vogelspinnenkrebs, Nematoden, Pilzbefall & DKS - Erkennen und Handeln. Vogelspinnen sind faszinierende Tiere, aber auch sie können von Krankheiten betroffen sein. Da tierärztliche Hilfe oft schwierig ist, liegt der Fokus auf Vorbeugung und Beobachtung. Hier sind die häufigsten Probleme und wie du als Halter reagieren kannst: 1. Vogelspinnenkrebs: Diese mysteriöse Krankheit, möglicherweise durch Viren oder Bakterien verursacht, ist in der Terrarienhaltung gefürchtet. Anzeichen: Der Bereich um die Spinnwarzen (am Hinterleib) verdickt sich blasenartig, oft über Wochen. Die Blase kann rötliche oder bläuliche Fäden zeigen, und im Endstadium bildet sich eine kohleartige Kruste. Die Spinne frisst zunächst normal, stellt aber im späten Stadium die Nahrungsaufnahme ein und stirbt meist nach wenigen Tagen. Was tun? Leider gibt es keine bekannte Behandlung. Manche Halter berichten von Versuchen, die Blase bei einem Experten einschneiden zu lassen, aber das ist riskant und nicht bewährt. Vorbeugung: Halte das Terrarium sauber, vermeide Futterreste und nutze hochwertiges Substrat aus unserem Shop, um die Hygiene zu gewährleisten. Beobachte deine Spinne genau, um Veränderungen früh zu erkennen. 2. Nematoden (Fadenwürmer): Diese winzigen Parasiten können den Verdauungstrakt der Spinne befallen, oft durch infizierte Futtertiere. Anzeichen: Ein eingefallener Hinterleib trotz regelmäßiger Fütterung, Lethargie, Futterverweigerung oder in schweren Fällen weißlicher Ausfluss an den Cheliceren. Nematodenbefall führt meist zum Tod, da die Würmer sich explosionsartig vermehren können. Was tun? Es gibt keine zuverlässige Behandlung für Vogelspinnen. Wenn du Nematoden vermutest (z. B. kleine, bewegliche Würmchen am toten Tier), entsorge das Terrariumsubstrat und desinfiziere alle Einrichtungsgegenstände gründlich. Vorbeugung: Kaufe nur qualitativ hochwertige Futtertiere aus vertrauenswürdigen Quellen, Kontrolliere Futtertiere vor dem Füttern - wenn sie träge wirken oder tote Tiere in der Box sind, nicht verwenden! 3. Pilzbefall: Pilze gedeihen in feuchtwarmen Terrarien und können Vogelspinnen gefährden. Anzeichen: Weiße, pelzige Beläge auf Carapax, Beinen oder Cheliceren, oft begleitet von Schwäche oder Appetitlosigkeit. Was tun? Setze die Spinne vorsichtig in ein sauberes, gut belüftetes Ausweichterrarium um. Bepinsle die befallenen Stellen sparsam mit Isopropanol, um die Pilze zu bekämpfen – aber Vorsicht, zu viel Alkohol kann die Spinne vergiften! Reinige das ursprüngliche Terrarium gründlich: Wechsle das Substrat, desinfiziere Einrichtungsgegenstände (z. B. im Backofen bei 120 °C) und verbessere die Belüftung, um Feuchtigkeit zu reduzieren. Vorbeugung: Lüfte regelmäßig, um Schimmel zu verhindern. 4. Dyskinetisches Syndrom (DKS): Dieses seltene, ernste Problem zeigt sich durch unkoordinierte Bewegungen, Zuckungen oder Schwierigkeiten beim Laufen. Ursachen sind unklar, mögliche Auslöser sind Giftstoffe (z. B. aus unreinen Futtertieren), Stress oder Umweltfaktoren. Anzeichen: Die Spinne wirkt ‚betrunken‘, fällt um oder kann nicht richtig klettern. Was tun? Es gibt keine direkte Heilung, aber du kannst die Bedingungen optimieren: Stelle das Terrarium an einen ruhigen Ort, vermeide Handling und füttere nur frische, hochwertige Futtertiere. Manche Spinnen erholen sich mit Ruhe, aber DKS ist oft tödlich. Vorbeugung: Reduziere Stress durch laute Geräusche oder häufige Störungen und nutze unser Substrat und Futtertiere, um Giftstoffe zu minimieren. Allgemeine Tipps: Beobachte deine Spinne täglich, aber greife nur ein, wenn es nötig ist - Stress verschlimmert viele Probleme. Halte das Terrarium sauber, entferne Futterreste nach 24 Stunden und nutze nur hochwertige Wasserschalen und Substrate, um ein gesundes Klima zu schaffen. Qualitativ hochwertige Futtertiere und gute Hygiene sind deine beste Verteidigung gegen Krankheiten und Parasiten. So bleibt deine Spinne gesund und du hast lange Freude an deinem Krabbler!

Handling/Anfassen

Bei uns auf Social Media siehst du ab und zu, wie wir unsere Vogelspinnen per Hand umsetzen. Das machen wir ausschließlich aus praktischen Gründen und nur, weil wir jahrelange Erfahrung haben, die Tiere sehr gut kennen und deren Verhalten sicher einschätzen können. Für alle anderen Halter gilt: Bitte niemals mit der bloßen Hand arbeiten. Vogelspinnen sind keine Kuscheltiere und sollten so wenig wie möglich angefasst werden. Regelmäßiges Herausnehmen zum Zeigen, Fotografieren oder aus Neugier ist ein absolutes No-Go. Besonders kritisch sehen wir YouTuber bzw. Influencer, die ihre Vogelspinnen ständig herausholen, mit ihnen „spazieren gehen“ oder das Handling für Klicks normalisieren. Das ist nicht nur unseriös, sondern klare Tierquälerei. Unsere Empfehlung: Nutze beim Umsetzen oder bei notwendigen Arbeiten immer eine Transportdose (Fangbecher) und einen langen, weichen Pinsel oder eine Feder. Damit kannst du die Spinne sicher und ohne direkten Kontakt dirigieren. Das ist für die meisten Halter die deutlich sicherere und stressärmere Methode. Warum wir vom Handling mit der Hand abraten: • Hoher Stress → Jede Berührung und jedes Herausnehmen bedeutet für das Tier eine Ausnahmesituation. Für die Spinne geht es jedes Mal um Leben und Tod – sie weiß nicht, was passiert und erlebt die Situation als massive Bedrohung. Dauerhafter Stress kann zu Appetitlosigkeit, Häutungsproblemen oder verkürzter Lebensdauer führen. • Verletzungsgefahr → Ein Sturz aus nur wenigen Zentimetern Höhe kann bei Vogelspinnen schwere innere und äußere Verletzungen verursachen (z.B. Abdomen platzt). • Hohe Fluchtgefahr → Vogelspinnen sind überraschend schnell und wendig. Eine entkommene Spinne zu finden, ist oft schwierig und stressig für alle Beteiligten. • Verteidigungsverhalten → Manche Arten werfen Brennhaare oder beißen sich zur Wehr. Besonders bei unerfahrenen Haltern kann das unangenehm enden. Unsere Regel: So wenig Handling wie möglich. Wir machen es per Hand nur, weil wir die nötige Routine und Erfahrung haben. Für die allermeisten Halter ist und bleibt der Einsatz von Dose + Pinsel die beste und artgerechteste Lösung. Auch wenn es einige robuste Arten gibt, denen Handling relativ wenig ausmacht, bleibt es auch bei diesen Tieren besser, Handling auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken. Beobachten in Ruhe ist bei Vogelspinnen die schönste Form der Haltung.

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